Lake Powell & Antalope Canyon, AZ

Ranch House Grille
Um 08:00 öffnet der Kajak Verleih und wir wollten früh da sein, um noch 2 Tandem Kajaks zu ergattern und früh auf dem See Lake Powell zu kommen. Also hieß es früh aufzustehen, um noch vorher etwas zu frühstücken. 07:15 war verabredet zur Abfahrt. Das Ranch House Grille war unsere Anlaufstelle für das Frühstück.

Es gibt dort ein reichhaltiges Angebot amerikanischer Frühstücksvariationen. Nina und Tae entschieden sich für verschiedene French Toast Zusammenstellungen, Ingo für ein Chorizo Omelette und Ben für ein Kids Menü mit Rührei und Bacon. Das Frühstück war ausreichend und wir waren gut, vielleicht zu reichhaltig, gestärkt, für die kommende Kajak Tour. Aber erstmal ging es zur Kajak Ausleihe im Ort, denn es gibt keine Verleiher am See selbst.

Lake Powell Paddleboats
Dort angekommen wurde schon ein anderes Auto mit einem Kajak aus Plastik beladen. Tae ging rein und wir warteten erstmal draussen. Einer der Verleiher sagte, wir müssten mit rein, da alle eine Erklärung ausfüllen müssten aus versicherungstechnischen Gründen. Gesagt, getan. In der Zwischenzeit wurde unser Auto beladen. 2 Tandem Kajaks, die Doppel-Paddel, 4 Sitze und 4 Rettungswesten. Ben zog seine Weste einmal an, um sicherzugehen, dass diese nicht zu klein ist. Die Abwicklung ging ziemlich flott durch die netten und sehr hilfsbereiten Menschen vom Verleih und so waren wir auch schnell wieder auf dem Weg zum Lake Powell.

Lake Powell / Antelope Canyon Maritime
Wir fuhren zu dem Teil des Lake Powells im Antelope Canyon, der vom Wasser zu erreichen ist. Der Antelope Canyon ist aufgeteilt in Upper and Lower Antelope Canyon. Die Touren zum Upper Antelope Canyon sind nur vormittags und man muss mit einem Auto zum Antelope Wash gefahren werden. Man hat da nur gutes Licht zwischen 11 und 13 Uhr. Im Lower Antelope Canyon finden den ganzen Tag Touren statt. Auf dem Weg zum Lake Powell fahren wir dort vorbei. Am See angekommen, bauen wir die Tandem Kajaks auf. Wir haben ein blaues und ein gelbes Boot bekommen. Ben will natürlich im Blauen fahren zusammen mit seinem Papa. Also sind die Teams gesetzt und wir machen uns auf den Weg ins Wasser.

Es ist herrliches Wetter und wir sitzen alle gemütlich in den eingebauten Sitzen. Nina ist noch nie Kajak gefahren, aber durch das Rudern damals in der Schule kann man sich schnell umstellen. Der Hintern ist quasi sofort nass, aber bei diesem Wetter ist das eher erfrischend als kalt. Wir alle haben Badesachen an, die auch wieder schnell trocknen.

Nachdem wir die Tage zuvor eher die Beine beansprucht haben, sind heute Schultern und Arme dran. Auch Ben merkt die Anstrengung und will immer mal Pause machen. Im Laufe des Wasserweges werden die hochragenden Felsen immer dichter und verkleinern so den Weg für uns im Kajak. Wie in einem Trichter erreichen wir den engsten Ort, an dem das Wasser endet und wir zu Fuß weitergehen können. Es ist leider ein stinkendes Ufer mit undefinierbarem Etwas im Wasser, so dass der Ausstieg etwas unangenehm wird. Ben wird von Tae-Ho aus dem Kajak gehoben, während Ingo mit gerümpfter Nase selbst aussteigen muss. Nina macht das nicht so viel aus, sie hat Sandalen an, mit denen sie in die Brühe steigen muß. Unsere Kajaks müssen wir noch gut quasi parken, damit auch andere noch diesen Ort besuchen können. Ein Kajak ist bereits da, so dass wir die Boote relativ lange ziehen müssen, um in der Enge noch einen adäquaten Parkplatz zu bekommen. Vorbei an einem karpfenartigen toten Fisch und etlichen Fliegen, die sich um ihn scharren.

Wir nehmen Proviant mit und gehen los, da sich hinter uns schon eine Reisegruppe ankündigt. Die Felswände ragen rechts und links über uns und etwa 1-2 Meter haben wir Platz, um die Felsen und Wege zu begehen. An einem Punkt machen wir halt und essen und trinken etwas. Hier gibt es keine Mülleimer, so dass wir den Müll wieder mitnehmen müssen. Nach dem Futtern gehen wir zurück und Ben ist wieder voll in seinem Klettermodus, auf der Jagd nach Echsen, die aber immer schneller sind als er. Zurück an den Kajaks müssen diese erstmal im schmalen Gang umgedreht werden, was gar nicht so einfach ist und hochkant gemacht werden muß.

Wir machen uns auf den Rückweg, sind glücklich, dass wir an den engen Stellen kaum Gegenverkehr haben und erreichen wieder die offeneren Gebiete. Nina bricht dort die Regel Nummer 1 und muß leider verkünden, dass Sie die Toilette aufsuchen muss. Vielleicht war das Frühstück im Ranch House Grille zu reichhaltig. Ab diesem Moment kommt so richtig Fahrt in den Rückweg und alle ins Schwitzen, da der weg noch lang ist und eigentlich 1 Stunde bräuchte. Nach diesem Workout verschwinden Nina und Ben auf den Wüsten Dixiklos. Hier gibt es keine sanitären Anlagen, nur eine chemische Toilette ohne Waschbecken. Amerikaner haben aber immer flüssiges Desinfektionsgel dabei und so sind wir alle erstmal wahlweise erleichtert oder erschöpft. Während Tae und Ingo die Kajaks abbauen, gehen Ben und Nina erstmal im Lake Powell schwimmen, was sehr erfrischend ist. Ben erforscht die Steine am Ufer und macht Bruchtests mit ihnen.

Beide würden auch nochmal mit Kajak auf das Wasser, aber die Männer haben schon alles wieder im Auto verstaut.

Nachdem wir Tickets für einen reservierten späteren Zeitslot ergattert haben, bringen wir die Kajaks zurück zum Ausleiher. Danach machen wir noch einen Stopp, um Frozen Yoghurt zu schleckern.

Lower Antelope Canyon Tour / Ken’s Tour
Das Lower Antelope Canyon ist kein Nationalpark, sondern liegt in einem Indianerreservat. Das bedeutet die Organisation ist eher laidback und die Infrastruktur eher dürftig. Das merkt man schon an den buckligen Zufahrtsstraßen und den sandigen Parkplätzen. Wir kommen also zu unserer reservierten Zeit beim Eingang zur Tour an. Diese sollte 15:40 sein. Ziemlich viele Leute haben sich dort schon versammelt und es wird schnell klar, dass wir noch länger warten müssen. Ein Typ, böse könnte man sagen Rothaut, steht vor der Haustür und verkündet, welche Touren die nächste sein werden. Der Gift-Shop und die Buchung/Reservierung liegen hinter der Tür, so dass er eine Art Türsteherfunktion hat. Als wir ankommen ist erst die 14:40 Gruppe dran, das heißt noch mindestens eine Stunde warten, bis wir aufgerufen werden. Es kommt wohl die deutsche Sicht ins Spiel, als wir uns alle ungläubig angucken, wie merkwürdig organisiert die Prozesse hier sind: Gruppe wird aufgerufen – Gruppe muss wie Kuhherde in Vorraum, dort wieder warten – Gruppe wird nach dem erneuten Warten mit Check der Tickets in den Wartebereich gelassen, wieder warten – Gruppenzeiten sind gemischt im Wartebereich – erneuter Check Tickets – Typ sendet die Leute nach Belieben zu Gruppenleitern – Gruppen vermischen sich auf Weg zum Einstieg, wieder warten – Gruppen gehen treppabwärts nach undurchschaubarem Prinzip. Es wird ca. 17:30 bis wir dann endlich mit dem Abstieg beginnen. Gerade beim Abstieg über die Treppen kommt es zu irrsinnigen Wartezeiten, obwohl Fotos von den zum Teil extrem steilen Treppen zu machen schon verboten ist. Kein Wunder, dass es in Summe so lange dauert bei diesem chaotischen Ablauf, aber die Leute kommen zuhauf, so dass keine Optimierung in Sicht ist.

Wenn man aber das Organisatorische und die Wartezeit mal außer Acht lässt, ist dies ein wunderschöner Ort, geformt durch die Natur, die wir noch nirgends so gesehen haben. Sonnenstrahlen fallen in die Schluchten und verwandeln die Wände in rotvariierende Traumlandschaften. Ben muss sich zusammen reißen, nicht überall hochzuklettern, findet es aber große Klasse hier. Da sich unsere Startzeit nach hinten verschoben hat, wird es dunkler im Canyon, aber schön ist es trotzdem. Gut gelaunt gehen wir zum Auto zurück und sehen dabei noch etliche Abendstrahlen der Sonne. Wir fahren erstmal nach Hause, um eine Dusche zu nehmen, um dann weiter zum Abendessen zu fahren.

El Tapatio
Heute wollten wir wieder einmal das Big John’s Texas BBQ ausprobieren, aber die Schlange vor der Tür ist noch länger als gestern. Also entscheiden wir uns um und wählen mexikanisch. El Tapatio soll es werden, hier hat Tae auch schon mal gegessen.

Die Karte ist vielfältig und scheint auch mehr authentisch zu sein. Nina und Tae gönnen sich erstmal beide eine Margharita. Tae in Jumbo Größe und Nina als Regular aber als Dragonmargharita.

Nach großen, sättigenden Portionen muß Ben dringend mitten im Dessert von gebackenem Eis auf die Toilette. Leider ist das Klo unschön verstopft. Aber todesmutig setzt Ben trotzdem noch seinen Wachtmann oben drauf. Jetzt ist Ben aber so nervös, dass er das Lokal schnell verlassen möchte. Er hat Sorge, dass man ihn bezichtigt, die Verstopfung verursacht zu haben. Wir gehen also zügig und fallen Zuhause erneut tot ins Bett.

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