Bryce Canyon Nationalpark, UT

Der Muskelkater, der sich gestern noch bei Nina ankündigte, blieb glücklicherweise aus und wir starteten in den Tag um 08 Uhr. Im Hotel Best Western Plus haben wir mit Wegwerfgeschirr ausgiebig gefrühstückt und aufmerksam die mormonischen Mitarbeiterinnen beobachtet, die spezielle Kleider und eine besonders auftoupierte Zopffrisur trugen. Angeblich ist die Art der Frisur ein Anzeichen für die Stellung in der Familie. Sie sahen aus wie aus dem letzten Jahrhundert, Mormonen leben aber wohl viele in Utah.

Walmart
Nina brauchte für ihren Kamera-Akku ein Stromadapter, den wir bei Walmart natürlich fanden. Wieder einmal unglaublich anzusehen, wie groß die Ladenstädte hier sind.

An dieser Stelle sei auch nochmal erwähnt, daß es in den USA überall Eiswürfel zu kaufen gibt, um die Kühltruhe in den Autos zu füllen. Da es hier so heiß ist, muss man neben dem Wasser auch immer Eis zur Kühlung dabei haben. Das geschmolzene Eiswasser wird dann einfach durch eine Vorrichtung aus der Eisbox gelassen und dann kann neues Eis draufgelegt werden. Praktisch, die Amis …

Auch in den Hotels gibt es überall eine Eiswürfelmaschine, das liebt Nina schon seit ihrem ersten Besuch in Florida und holt sich gelegentlich ein Eimer voll am Abend ins Zimmer, um eiskaltes Wasser trinken zu können.

Bryce Canyon Nationalpark
Anders als gestern machen wir im Visitor Center einen Stop, um einen ersten Überblick zu bekommen. Es gibt dort einen Film zur Entstehung der auf der Welt einmaligen Felsformationen. Einige Steine sind wie Säulen heraus erodiert worden, dass sie wie versteinerte Menschen daher kommen.

Es gibt hier auch einen Shuttle durch den Nationalpark, aber heute nutzen wir das Auto und machen halt nahe dem Amphitheater des Bryce. Wir starten am Sunrise Point und überblicken eine bizarre Welt des Sandsteins, die an den Mars erinnert. Dann nehmen wir den Queens Garden Trail und machen uns auf zum Abstieg ins Tal. Der Anblick der Steinformationen ist wirklich schön. Ich kann verstehen, dass viele Leute sagen, dass Bryce Canyon der schönste National Park für sie war. Es ist wirklich wunderschön.

Schnaufende Menschen kommen uns entgegen, während wir entspannt nach unten gehen. Im Gegensatz zu Zion liegt Bryce viel höher über dem Meeresspiegel, so dass die Luft kühler und merklich dünner erscheint. Tae erzählt uns, dass der niedrigste Punkt im Bryce Canyon höher liegt als der höchste Punkt im Zion, und wiederum der niedrigste Punkt dort, höher ist als das Grand Canyon Plateau. Ben hat seine  Liebe für das Klettern nicht aufgegeben und versucht, wo er kann, hochzukrabbeln.

Im Tal begegnen uns unheimlich laute Grillen, Blaue Vögel (Stellers‘ Jay) oder Streifenhörnchen. Etliche Bäume ragen in einer Art Totenstarre grau empor und bilden farblich einen Kontrast zum Rot der Steine. Die Bäume sind durch Blitzeinschlag abgestorben, dennoch sind es ganz schön viele, was auf viele Gewitter Rück schliessen läßt. An diesem Ort gibt es eine Wallstreet, die ihrem Namen noch alle Ehre macht und wir sehen ein weißes Felsmassiv vor uns.

Zum Aufstieg nutzen wir den Navajo Trail und kommen schnell außer Puste und ins Schwitzen. Die Schrägen sind im Zick Zack eingemeißelt, aber die Muskulatur in Kombination mit der Kurzatmigkeit in großen Höhen ist bald ganz schön am Limit. Ben kann nur noch durch ein Wettkampf motiviert werden und somit machen die Jungs ein Wettrennen zum Sunset Point. Dann gehen wir noch ein Stück den RIM Trail entlang und genießen die Aussicht.

Der Hunger treibt uns zu den Lodges und durch den Gift Shop, wo Nina ein Puzzle und ein weiteren Magnet für den Kühlschrank ergattert. In der Nähe gibt nur eine einfache Pizzastation namens Valhalla, die wir besuchen. Nach Bestellung wird die Bestellnummer zur Tischnummer, die man mitnehmen kann. Margherita und Peperoni Pizza kommen bald und für Tae-Ho ein Salat.

Nun fahren wir noch mit dem Auto den Inspiration Viewpoint an, den höchsten Punkt im Bryce Canyon mit 8.300 ft. Zu guter Letzt schauen wir auch nochmal am zentralen Bryce Viewpoint vorbei und versuchen uns an der Panoramafunktion.

Auf dem Weg raus machen wir noch kurz Halt im Ruby’s Inn. Die anliegende Stadt Bryce Canyon City wird dominiert von Ruby. Ruby’s adventure tours, Ruby’s central parking, Ruby’s RV and campground, Ruby’s Gift shop usw. Im Ruby’s Inn findet man sämtlichen Klimbim in Sachen Steinen, Indianersouvenirs oder nur entfernteste Utensilien zum Bryce Canyon. Tae und Ben genehmigen sich noch ein Eis, bevor es weitergeht zum Lake Powell.

Lake Powell (Page)
Ingo übernimmt ab hier das Steuer und wir fahren in Richtung Lake Powell in die Stadt Page. Es ist eine 2,5 Stunden Fahrt entlang der 89 South. Tae-Ho hatte bereits gestern erzählt, dass er erstmalig bei Airbnb reserviert hat und wir sind alle gespannt, was uns erwartet.

Auf dem Weg sind wieder Riesenletter in den Bergen zu lesen, die auf die Initialen der umliegenden Städte zurück schließen läßt.

Es ist bereits stockdunkel als wir die Adresse von Annie, dem Cottageatthecorner, suchen. Dort angekommen ist Ben etwas nervös, weil wir nicht in einem Hotelzimmer übernachten, sondern bei Leuten, die wir nicht kennen. Annie empfängt uns aber freundlich und zeigt uns die zusammen liegenden zwei Zimmer, die sich ein Bad teilen. Leider ist es nicht möglich, die Tür von außen zu schließen, sondern nur von innen. Sie hat zudem noch ein weiteres Zimmer im Haus, das zurzeit Riccardo aus New Mexico bewohnt. Auch sind wohl alle ihre 4 Töchter in der Stadt, die auch teilweise im Haus ein und aus gehen. Sie selber wohnt im Haus gegenüber und einer ihrer Töchter im Haus nebenan. Es scheinen Mormonen zu sein, wie viele in Utah und Arizona. Die eine Tochter ist gerade von ihrer 2 jährigen missionary aus Ghana wieder gekommen. Auf die Frage nach einem Tipp für das Abendessen heute Abend, nennen sie uns das Big John’s Texas BBQ.

Walmart
Ein zweites Mal heute beehren wir den Megapalast an Supermarkt, um für die morgige Kajak Fahrt Sacks und Getränke einzukaufen. Alle sind etwas unschlüssig, was man da so mitnimmt, aber trotzdem verlassen wir den Wagen mit vollen Tüten. Apropos Tüte: Amis sind weiter dabei, viele Plastiktüten kostenlos beizugeben, allerdings ist es in Kalifornien bereits durchgesetzt, wie in Europa Geld dafür zu verlangen.

Mc Donalds
Alle sind müde, Page ist keine allzu große Stadt und die Auswahl eingeschränkt. Big John’s Texas BBQ ist brechend voll. Also einigen wir uns auf etwas schnelles, ein typisch amerikanisches Dinner beim Burgerladen.

Als wir auf unser Essen warten, sagt Ben etwas sehr schönes. Er ist sich nicht sicher, ob Tae gerne seine Zeit „opfert“, um mit uns auf Tour zu sein. Aber es sei schön, dass er mit uns unterwegs ist und dass wir dankbar dafür sein sollten, was er alles für und mit uns macht.

Das finden wir allerdings auch. Deswegen haben wir Ben vorgeschlagen, einfach Mal Danke zu Tae zu sagen. Das wollte er aber nicht, vielleicht später auf der Reise.

Nachdem Essen fahren zu unserem Heim und fallen alle totmüde ins Bett.

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